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Zwei Präsenzdiener während der Arbeit.
Bundesheer

Grundwehr- und Zivildienst


Vor deinem 18. Geburtstag musst du dich zwischen dem Grundwehr- und dem Zivildienst entscheiden. Was das für dich heißt und welche Möglichkeiten du hast, erfährst du hier.

Stellung (Musterung)

Männliche österreichische Staatsbürger sind ab dem 17. Geburtstag stellungspflichtig. Die Stellung ist verpflichtend. Gehst du nicht hin, bekommst du eine Strafanzeige und Geldstrafe. Zwischen deinem 17. und 18. Geburtstag bekommst du eine Einladung zum Termin per Post zugeschickt. Ansonsten hängen die Termine auch in Schulen, Gemeinden und Polizeistellen aus oder du schaust hier nach.

Überschneidet sich der Termin mit deiner Matura oder Lehrabschlussprüfung, melde dich bei der Ergänzungsabteilung in Bregenz und der Stellungstermin wird verschoben.

Bei der Stellungsuntersuchung wird an zwei Tagen überprüft, ob du für den Wehrdienst geeignet bist. Du wirst körperlich und geistig durchgecheckt (z. B. Seh-, Hör-, Bluttests, psychologische Tests und stichprobenartige Drogentests). Wenn du eine chronische Krankheit oder Beeinträchtigung hast, nimm den ärztlichen Befund mit.

Zum Schluss bekommst du die Ergebnisse der Untersuchungen. Es gibt drei Möglichkeiten:

  • tauglich: Du bekommst die Tauglichkeitsbescheinigung und bist verpflichtet, Wehr- oder Zivildienst zu leisten.
  • vorübergehend untauglich: Du wirst zu einem späteren Termin noch einmal zur Stellung einberufen.
  • untauglich: Du bist aus körperlichen und/oder psychischen Gründen nicht wehrdienstfähig und musst keinen Wehr- oder Zivildienst leisten.

Verantwortlich für die Stellung ist die Ergänzungsabteilung des Militärkommandos Vorarlberg in Bregenz. Die Stellung selbst (Untersuchungen) findet für Vorarlberger in Innsbruck statt.

Frauen beim Bundesheer

Für Frauen gibt es keine Stellungspflicht. Sie können sich freiwillig melden.

Grundwehrdienst (=Präsenz- oder Militärdienst)

Der Grundwehrdienst dauert sechs Monate.

Einberufung

… bedeutet, dass du deinen Dienst beim Bundesheer antreten musst.

Wenn du tauglich bist, bekommst du deinen Einberufungsbefehl sechs Monate bis spätestens vier Wochen vor deinem Einrückungstermin.

Frühzeitiges Einrücken

Wenn du dein 17. Lebensjahr vollendet hast, kannst du den Grundwehrdienst frühzeitig leisten. Dafür musst du deine freiwillige Meldung und die Zustimmung eines Erziehungsberechtigten bei der Ergänzungsabteilung in Vorarlberg abgeben.

Aufschub

Ein Aufschub ist nur möglich, wenn du durch den Grundwehrdienst einen Nachteil in deiner Ausbildung hast (z. B. Verlust der Studiengebühren). Den Antrag musst du vor dem Einberufungsbefehl stellen, ansonsten kann er abgelehnt werden. Normalerweise wirst du nach der Matura oder Lehre einberufen.

Befristete Befreiung

Den Antrag auf Befreiung für eine bestimmte Zeit kannst du stellen, wenn unerwartete wirtschaftliche oder familiäre Ereignisse eintreten. Formulare dazu hier.

Tipp: Kontaktiere das Militärkommando Vorarlberg und plane deine Termine! Hast du Fragen zum Grundwehrdienst, Aufschub etc., dann wende dich ebenfalls an das Militärkommando Vorarlberg

Finanzielles

Als Grundwehrdiener erhältst du ein Monatsgeld. Zudem hast du Anspruch auf kostenlose Unterbringung, Verpflegung, Bekleidung, Ausrüstung und Fahrkostenersatz von deinem Wohnort zur Kaserne. Zudem kannst du eine kostenlose ÖBB-Vorteilscard beantragen. In bestimmten Fällen hast du Anspruch auf Wohnkostenbeihilfe, Familienunterhalt etc. Deine Eltern bekommen während deiner Zeit beim Grundwehrdienst keine Familienbeihilfe. Genauere Details dazu hier.

Zivildienst im Inland

Der Zivildienst ist ein Ersatz für den Grundwehrdienst. Er dauert neun Monate.

Zivildiensterklärung

Die Zivildiensterklärung kannst du direkt bei der Musterung abgeben. Tust du das nicht, hast du danach sechs Monate Zeit, dich für Wehr- oder Zivildienst zu entscheiden. In dieser Zeit kannst du nicht einberufen werden. Ab dem sechsten Monat kann der Einberufungsbefehl für den Grundwehrdienst jederzeit kommen.

Du kannst die Zivildiensterklärung bis drei Tage vor Erhalt des Einberufungsbefehls eingeschrieben an das Militärkommando Vorarlberg senden (behalte eine Kopie!). Sobald du den Einberufungsbefehl bekommen hast, ist es nicht mehr möglich, eine Zivildiensterklärung abzugeben.

Feststellungsbescheid

Rund vier bis sechs Wochen nach Abgabe deiner Zivildiensterklärung bekommst du den Bescheid über deine Zivildienstpflicht zugeschickt. Willst du den Zivildienst bei einer bestimmten Einrichtung machen, dann suche dir selbst rechtzeitig eine Stelle und lass dich anfordern (ein Jahr vorher). Ansonsten wirst du einer Stelle zugewiesen. Einrichtungen und freie Stellen kannst du hier suchen.

Aufschub

Einen Aufschub des Zivildienstes bekommst du für eine Lehr- oder Schulausbildung, die vor dem 1. Jänner des Stellungsjahres begonnen hat. Beginnst du deine Ausbildung danach (z. B. Studium), bekommst du einen Aufschub nur, wenn durch die Unterbrechung ein großer Nachteil für dich entstehen würde (z. B. der Verlust der Studienbeihilfe).

Befristete Befreiung

Den Antrag auf Befreiung für eine bestimmte Zeit kannst du stellen, wenn unerwartete wirtschaftliche oder familiäre Ereignisse eintreten.

Widerruf der Zivildiensterklärung

Entscheidest du dich doch für den Wehrdienst, kannst du bis 14 Tage nach Zustellung des Zuweisungsbescheides eine Widerrufserklärung einbringen. Formulare dazu hier.

Finanzielles

Als Zivildiener bekommst du ein monatliches Taschengeld und hast Anspruch auf Verpflegung oder Verpflegungsgeld. Du bekommst die  ÖBB-Österreichcard Zivildienst und Fahrtkostenvergütung. Außerdem kannst du Wohnkostenbeihilfe, Familienunterhalt und GIS-Befreiung beantragen. Genauere Details dazu hier.

Anstatt dem Zivildienst kannst du auch ein Freiwilliges Soziales Jahr  oder ein Freiwilliges Umweltschutzjahr in Österreich machen. Eine weitere Möglichkeit ist der Auslandsdienst (Zivilersatzdienst im Ausland) – siehe Infos weiter unten. Diese Ersatzdienste dauern mindestens zehn Monate. Voraussetzungen: Du bist tauglich und hast die Zivildiensterklärung abgegeben. Mehr Infos beim Sozialministerium oder hier.

Auslandsdienst (Zivilersatzdienst im Ausland)

Der Auslandsdienst ist ein Ersatz für den Zivildienst und dauert mindestens zehn Monate.

Arten des Auslandsdienstes

  • Gedenkdienst in Einrichtungen zum Gedenken der Opfer des Nationalsozialismus
  • Friedensdienst in Einrichtungen, die der Sicherung oder Erreichung des Friedens in Konfliktgebieten dienen
  • Sozialdienst in Einrichtungen, die der wirtschaftlichen oder sozialen Entwicklung eines Landes dienen
  • Europäischer Freiwilligendienst (EFD): Mitarbeit bei einem Projekt im Sozial-, Kultur- oder Umweltbereich innerhalb Europas; finanziert durch das EU-Programm „Erasmus+: Jugend in Aktion“. Im aha deiner Nähe finden auch regelmäßig EFD-Infoabende statt.
  • Entwicklungshilfedienst (2 Jahre)

Voraussetzungen

Du bist tauglich, hast die Zivildiensterklärung abgegeben und dein Interesse für den Auslandsdienst der Zivildienstserviceagentur mitgeteilt. Der Auslandsdienst ist nur bei Organisationen möglich, die vom Sozialministerium als Trägerorganisation anerkannt sind.

Finanzielles

Du hast Anspruch auf Taschengeld und Familienbeihilfe (bis zum 24. Lebensjahr). Reisekosten, Verpflegung und Unterkunft hängen vom Vertrag ab, den du mit der Organisation abschließt, bei der du dich bewirbst. Du bist kranken-, unfall- und pensionsversichert. Entwicklungshilfeeinsätze sind bezahlte Jobs und je nach Vertrag unterschiedlich. Genauere Details dazu hier.

Tipp: Auf unserem Blog berichten Jugendliche von ihren Auslandserfahrungen.

Info- und Beratungsstellen

Wenn du Fragen zu deinem bevorstehenden Grundwehrdienst, Zivildienst im Inland oder dem Auslandienst hast, dann wende dich an eine der folgenden Beratungsstellen.

 

aktualisiert 07/2018, aha.bludenz@aha.or.at