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Jemand wird gerade geimpft.
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Covid-19-Impfung


Hast du dir auch schon Gedanken gemacht über das Impfen und ganz speziell über die Corona-Impfung? Bist du dir unsicher, welche Informationen zur Covid-19-Impfung wissenschaftlich bewiesen sind und welche Fake News? Hier findest du einige Informationen, um dir eine eigene Meinung zu bilden, sie werden laufend aktualisiert.

Was bringt das Impfen?

Impfen ist DIE Möglichkeit zu verhindern, eine Infektionskrankheit zu bekommen. Bist du gegen eine Krankheit geimpft, kannst du sie nicht weiterverbreiten. Richtig Sinn machen Impfungen dann, wenn sich ein großer Teil der Bevölkerung impfen lässt. Nur so ist garantiert, dass die Krankheit sich nicht weiterverbreitet. Zudem werden damit auch Menschen geschützt, die sich (noch) nicht impfen lassen können, z.B. neugeborene Babys oder Menschen die an einer Krebserkrankung leiden.

Gewisse Krankheiten konnten durch das Impfen ausgerottet werden, wie die Pocken. Auch die Kinderlähmung gibt es zumindest in Österreich durch die flächendeckende Impfung nicht mehr. Andere Erkrankungen, wie zum Beispiel die Masern, sind wieder verstärkt da, weil viele Menschen sich nicht mehr dagegen impfen lassen.

Wie funktioniert Impfen?

Impfungen regen den Körper an, Abwehrstoffe gegen Bakterien und Viren zu bilden, sogenannte Antikörper. Das Immunsystem lernt somit, sich gegen die schädlichen Erreger zu wehren und aktiv etwas dagegen zu tun. Wie das genau funktioniert, wird in diesem Video kurz erklärt:

Was für Covid-19 Impfstoffe gibt es?

Derzeit arbeiten Forscher*innen an mehr als 180 möglichen Impfstoff-Kandidaten (Stand Dezember 2020). Diese lassen sich drei Typen zuordnen, die unterschiedlich funktionieren:

Lebendimpfstoffe mit Vektorviren

Bei vielen Forschungsprojekten sind gut bekannte Viren der Ausgangspunkt, beispielsweise das Virus aus dem Masernimpfstoff. Diese Viren nennt man Vektorviren. Sie können sich im Menschen vermehren, ohne, dass sie ihn krank machen. Forscher*innen nutzen nun gentechnische Mittel um diese Vektorviren als SARS-CoV-2 zu „verkleiden“, sodass sie dem Immunsystem eine COVID-19-Infektion vorgaukeln können. Durch die Impfung baut der Körper einen Immunschutz auf, der dann auch gegen eine echte Infektion schützt, weil der Körper den Virus schon kennt. Die Forschungsgruppe der University of Oxford und das Unternehmen AstraZeneca sind dabei schon sehr weit.

Totimpfstoffe mit Virusproteinen

Sehr viele zugelassene Impfstoffe funktionieren so, beispielsweise solche gegen Hepatitis B oder Grippe. Es sind also lang bewährte Technologien, auf die man hier zurückgreift. Diese Impfstoffe enthalten entweder ausgewählte Teile des SARS -Virus, sogenannte Virusproteine, oder ganze abgetötete SARS-CoV-2-Viren. Eine chinesische Forschungsgruppe arbeitet an einem solchen Impfstoff, der in China bereits zugelassen wurde.

mRNA-basierte Impfstoffe
Diese Impfstoffe enthalten ausgewählte Gene, also Teile des Virus in Form von mRNA. Das heißt, die Impfstoffe enthalten Erbgut, genauer gesagt mRNA, das den Körper dazu anregt, seine Impfung selbst herzustellen. Dabei wird die DNA im Körper jedoch nicht verändert.

Solche mRNA-basierten Impfstoffe haben den Vorteil, dass davon sehr schnell große Mengen produziert werden können. Die Impfstoffe von BioNTECH und Pfizer, sowie von Moderna sind die ersten mRNA-Impfstoffe die auf dem Markt zugelassen wurden. Der Impfstoff von BioNTECH und Pfizer ist in Österreich bereits im Einsatz. Die Wirksamkeit beider Impfstoffe gegen das Corona-Virus liegt bei bis zu 95 Prozent und er ist gut verträglich. Trotzdem wird nach der Zulassung noch weiter an den Impfstoffen geforscht. Etwa, ob man nach einer Impfung das Virus trotzdem weitergeben kann, auch wenn man nicht an Covid-19 erkrankt. Untersucht wird auch, wie lange die Impfung wirkt, also ob man sie nach einem Jahr erneuern muss, wie z. B. die Grippeimpfung.

(Quelle: vfa: Impfstoffe gegen Coronavirus – aktueller Entwicklungsstand | vfa)

Quelle: vfa

Was steckt hinter dem mRNA Impfstoff?

Besonders der mRNA-basierte Impfstoff gegen Corona wirft viele Fragen auf und verunsichert Teile der Bevölkerung. Obwohl es vor Corona noch nie eine Impfung mit mRNA zur Zulassung geschafft hat, forscht man schon mehr als 25 Jahre an und mit mRNA-Impfstoffen und hat auch schon solche Impfstoffe entwickelt. Ein mRNA-Wirkstoff gegen Tollwut wurde z. B. bereits erfolgreich an Menschen getestet. Auch gegen Krebs wird an einer Therapie auf der Basis von mRNA geforscht. Man weiß also schon viel über die Methode.

(Quelle: Fischer: Corona-Impfstoffentwicklung: Der Erste seiner Art, die Zeit Online.)

Der Molekularbiologe Martin Moder, Teil der bekannten Science Busters, erklärt in diesem Video, was mRNA genau ist, wie die mRNA-Impfung funktioniert und dass gewisse Behauptungen, wie z. B., dass die Impfung unser Erbgut verändert, nicht stimmen können.

Warum ist der Impfstoff gegen Covid-19 so schnell da?

Vielleicht hast du dich auch schon gefragt, wie es sein kann, dass diese Impfung gegen Corona so schnell da ist. Es stimmt, noch nie wurden die Schritte, die es für die Zulassung eines Impfstoffes braucht, so schnell durchgeführt. Es gibt aber ganz einfache Erklärungen dafür:

  • Der Virentyp Corona war bereits vor Covid-19 bekannt, es wird schon seit Jahrzehnten dazu geforscht. So waren den Wissenschaftler*innen die wichtigsten Informationen, also wie die Impfung funktionieren muss, um das Virus zu bekämpfen, bereits bekannt.
  • Viele Impfstoffe brauchen Jahre, bis sie zugelassen werden. Dabei wird aber viel gewartet: auf Geld (es kostet Millionen von Euro eine solche Forschung zu finanzieren) und auf Menschen, die sich als Testpersonen zur Verfügung stellen. Bei den Covid-19 Studien haben sich pro Impfstoffstudie zwischen 20.000 und 40.000 Menschen beteiligt, sehr viel mehr als bei anderen Studien. Da Corona die gesamte Welt betrifft (Wirtschaft, Politik, Privatleben), war die Bereitschaft alles zu tun, was notwendig ist, sehr groß!
  • Eigentlich lassen sich Behörden viel Zeit, Studien über Impfungen zu prüfen und zuzulassen. Diesmal ging alles viel schneller, weil man Studienphasen zusammengelegt oder parallel durchgeführt hat. Trotzdem wurden alle Schritte eingehalten.
  • Auch die Produktion fand schon statt, bevor die Zulassung überhaupt da war. Das heißt, es braucht keine zusätzliche Zeit, um den Impfstoff herzustellen: Wenn es grünes Licht gibt, kann das Impfen gleich starten.

(Quelle: Fischer: Corona-Impfstoffentwicklung: Der Erste seiner Art, die Zeit Online.)

Abbildung: vfa

Nebenwirkungen der Impfungen

Bei keinem dieser Impfstoffe können Nebenwirkungen ausgeschlossen werden, wie auch bei vielen anderen Impfungen nicht. Beim Impfstoff von BioNTech und Pfizer sowie von Moderna, die auf mRNA basieren, konnten bis jetzt „klassische“ Nebenwirkungen festgestellt werden, die auch bei anderen Impfungen, wie z. B. der Grippeimpfung, vorkommen. Die Ergebnisse beruhen auf ca. 38.000 Teilnehmer*innen.

Beispiele der Nebenwirkungen von Personen, die an der Studie von BioNTech und Pfizer teilgenommen haben, waren:

  • Die Einstichstelle schmerzt nach der Impfung, ist rot oder etwas angeschwollen (bei 84 % der Menschen vorgekommen).
  • Müdigkeit (62,9 %)
  • Kopfschmerzen (55,1 %)
  • Schmerzen in den Muskeln – Gliederschmerzen (38,3 %).
  • Schüttelfrost (31,9 %)
  • Fieber (14,2 %)

Diese Nebenwirkungen waren meist intensiv, nach einem Tag aber wieder verschwunden. Sehr selten kam es zu länger andauernden Nebenwirkungen. Dazu gehörten das Anschwellen von Lymphknoten in der Achsel für durchschnittlich zehn Tage sowie Lähmungen im Gesicht. Letzteres trat bei vier Testpersonen auf. Alle Nebenwirkungen sind wieder verschwunden.

Was zur Zeit genau beobachtet wird, sind Reaktionen von Personen die schwere Allergien haben. Menschen mit heftigen Allergien dürfen nicht an einer Studie teilnehmen, das heißt es gibt keine Erfahrungswerte während der Testphase und es kam bei keiner Testperson zu einer allergischen Reaktion. Jetzt, wo der Impfstoff zugelassen wurde, haben zwei sehr starke Allergiker in Großbritannien heftig auf die Impfung reagiert und mussten im Krankenhaus behandelt werden. Sie haben sich aber schnell wieder erholt.

Klar ist, wenn der Impfstoff einmal da ist, wird er weiter untersucht und überprüft, das ist bei allen Impfstoffen der Fall. Die Zulassungsbehörden verpflichten die Hersteller dazu. Dazu kommt, dass manche Nebenwirkungen so selten auftreten, dass man sie in einer Studie gar nicht nachweisen kann. Wenn du z. B. den Beipackzettel eines Medikamentes durchliest, stehen da Nebenwirkungen. Manche davon kommen nur in einem von 100.000 Fällen oder auch in einem von einer Million Fällen vor. Auch bei Impfungen ist das möglich.

(Quelle: Simmank, Schumann, Fischer: Corona-Impfstoff von BioNTech: Die USA haben eine Impfung – was kann sie?, die Zeit Online)

Langzeitfolgen der Impfungen

Viele Menschen haben Bedenken wegen Langzeitfolgen des neuartigen Impfstoffes mit mRNA. Dabei wird argumentiert, dass der Impfstoff viel zu schnell auf den Markt gekommen sei, viel zu wenig Menschen geimpft werden konnten und man somit die langfristigen Risiken nicht abschätzen könne. Bei Impfungen, wie wir sie kennen, können Langzeitfolgen in der Regel nach sechs Wochen festgestellt werden. Bei den Studien zu den Corona-Impfstoffen wurden daher acht Wochen für die Testungen eingeräumt, um solche Langzeitfolgen auszuschließen. Zudem nahmen bei den Corona-Impfstoffen viel mehr Menschen an den Studien teil als üblich.

Was hinter Langzeitfolgen von Impfungen steckt und was das für den Corona-Impfstoff bedeutet, erklärt der Molekularbiologie und Mitglied der Science Buster, Martin Moder in diesem Video:

Muss ich mich impfen lassen?

Nein. Die Bundesregierung hat immer wieder unterstrichen, dass es keine allgemeine Impfpflicht geben wird. Die Regierung setzt auf Freiwilligkeit und Aufklärung. Jede Person, die sich impfen lassen möchte, wird sich impfen lassen können. Weil anfangs nicht genug Impfstoff zur Verfügung stehen wird, um alle gleichzeitig impfen zu können, werden zu Beginn die Personen geimpft, die das höchste Risiko haben. Danach können schrittweise alle anderen geimpft werden.

Ab wann kann ich selbst entscheiden ob ich mich impfen lassen will?

Wichtig ist, dass du offen mit deinen Eltern, oder eine andere Bezugsperson über die Impfung redest. Welche Bedenken hast du, welche Fragen sind für dich noch offen? Dazu kannst du dich auch jederzeit an uns wenden. Grundsätzlich gilt, dass Kinder ab 14 Jahren selbst entscheiden dürfen, ob sie geimpft werden wollen oder nicht, die Eltern oder ein Erziehungsberechtigte*r hat dabei kein Mitspracherecht mehr. Bei der Corona-Impfung kommt noch dazu, dass der Impfstoff von BioNtech und Pfizer erst ab 16 Jahren zugelassen ist, der Impfstoff von Moderna erst ab 18 Jahren.

Ich will mich impfen lassen, was muss ich tun?

Du hast dich entschieden dich impfen zu lassen? Dann kannst du dich hier vormerken lassen. Personen mit einer Vorerkrankung und Risikopatient*innen sollten sich mit ihrem Hausarzt*, mit ihrer Hausärztin* in Verbindung setzen. Sie werden für die Impfung bevorzugt. Diese Anmerkung kann aber nur der Hausarzt bei der Voranmeldung machen.

Weitere Fragen?

Du hast noch weitere Fragen, die nicht beantwortet wurden? Dann schreib uns. Deine Fragen helfen uns weiter, besser über die Impfung zu informieren!

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Quellen aus dem Text:

Stand 01.2021/aha@aha.or.at