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Walser-Jugendbegegnung


Erlebnisreiche Walser Jugendbegegnung in Formazza

 

Eine Woche lang mit 15 unbekannten Jugendlichen aus Walser Gemeinden aus Norditalien, Liechtenstein und Vorarlberg unterwegs sein, gemeinsames Erleben, sich Kennenlernen und über den Tellerrand Hinausschauen – das erwartete acht Jugendliche aus dem Kleinwalsertal und aus Nüziders bei der ersten Walser Jugendbegegnung vom 8. bis 14. August 2021 in Formazza (Pomatt-Tal) in Italien. Sie wagten den Sprung ins Unbekannte und kehrten mit zahlreichen wertvollen Erfahrungen und internationale Freundschaften von ihrer Reise zurück.

Kernthema der Jugendbegegnung war das Leben als junger Mensch in einem der „Walsertäler“ und die Gemeinsamkeiten hinsichtlich der Tradition, Natur und dem Leben vor Ort.

Eingeladen waren Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren, welche in einem der Walsertäler leben.

Organisiert wurde die Begegnung von der Offenen Jugendarbeit Kleinwalsertal, der Offenen Jugendarbeit Triesenberg gemeinsam mit der gastgebenden Organisation Vedogiovane in Italien. Das aha Vorarlberg und das aha Liechtenstein übernahmen einige administrative Aufgaben.

Die Jugendlichen konnten kostenfrei an der Begegnung teilnehmen. Sie wurde kofinanziert über das EU-Programm „Erasmus+ Jugend in Aktion“, außerdem unterstützte die Vorarlberger Walser Vereinigung die Walser Jugendlichen aus Vorarlberg.

Zwei Vorbereitungstreffen stimmten die Walser Jugendlichen auf die Jugendbegegnung ein. Beim ersten Treffen wurde gemeinsam mit Gemeinde-Chronist Stefan Heim, Katrin Berchtold vom Kulturservice Kleinwalsertal und der Obfrau der Vorarlberger Walser Vereinigung Barbara Fritz über das Leben im Kleinwalsertal besprochen. Ein spannender Austausch zwischen drei Generationen fand statt. Beim zweiten Treffen ging es in die „Walserstuba“, zu Jeremias Riezler. Mit seinem engagierten Einsatz lernten die Jugendlichen ein typisches „Walser Gericht“ zu kochen – Beerensuppe mit Schtrüüble.

 

Am Sonntag, 8. August 2021 war es dann soweit, die knapp 8-stündige Reise nach Formazza in Norditalien konnte starten. Begleitet wurde die Gruppe von Jugendarbeiterin Simone Rundel und Felix Werner. Der erste Eindruck war eindeutig, die Ortsnamen auf dem Weg durch das Pomatt-Tal waren walserisch. Und dass es Siedlungen so abseits von der Zivilisation gibt, das beeindruckte sogar die Kleinwalsertaler Jugendlichen schwer. Nach dem Bezug der Zimmer wurde einer der schönsten und höchsten Wasserfälle im Alpengebiet – die Cascata del Toce – bestaunt, welcher neben der Unterkunft toste. Natürlich stand dann das Kennenlernen der anderen Teilnehmer*innen aus Italien, Liechtenstein und Vorarlberg an.

 

Über die Woche verteilt wurden verschiedene Walser-Siedlungen, darunter auch ein Walser Museum in Salecchio, und die Menschen vor Ort besucht. Beeindruckend war vor allem das Walsertitsch. Die älteren Bewohner*innen von Formazza sprechen neben Italienisch zum Teil noch Walsertitsch. Somit konnten man im Dialekt gut miteinander „walserla“.

Vor allem körperlich wurden die Jugendlichen im alpinen Gelände sehr herausgefordert. Eine Wanderung führte von Riale, einer der ersten Walsersiedlungen, aus zu zwei Gletscherseen. Die beste italienische Pizza in der italienischen Mittagshitze genoss die Gruppe in der nächsten, größeren Stadt Domodossola, bevor es dann zum Shopping und Bummeln ging.

 

An den Abenden fanden Länderabende zu Italien, Liechtenstein und Vorarlberg statt, wobei der kulinarische Genuss im Vordergrund stand. In der Notte di San Lorenzo (Nacht der Sternschnuppen) machte sich die Gruppe auf den Weg, um zahlreiche Sternschnuppen inmitten der Berge zu bewundern.  Und natürlich waren hochspannende Tischkicker-Turniere, Musik, gute Gespräche und ausgelassene Stimmung fester Bestandteil dieser Jugend-Begegnung.

 

Zum Abschluss der Woche fand ein kleines „Walsertreffen“ mit den Einheimischen statt, bei welchem die Teilnehmer*innen sich und ihre Verbundenheit zu den jeweiligen Walsertälern vorstellten. Mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Erlebnissen und vor allem vielen Freundschaften über die Grenzen hinaus, kehrten die Jugendlichen nach einer Woche glücklich zurück.

 

Ein herzliches Dankeschön an alle beteiligten Personen, welche dazu beigetragen haben, dass diese Begegnung so ein tolles Erlebnis wurde. Besonderen Dank auch an den Tourismus Kleinwalsertal für die wunderbaren Gastgeschenke, an Florian Wirth von WLSR für die gesponserten Walser Caps, an Bernhard Heim für das kulinarische Gastgeschenk, an die Vorarlberger Walser Vereinigung und an den SV Casino Kleinwalsertal für den Sportvereinsbus. Wir hoffen, dass 2022 die Walser-Jugendbegegnung erneut stattfinden kann, eventuell sogar in Vorarlberg.

Weitere Informationen: Simone Rundel, simone.rundel@ifs.at